Die Baumwollpflanze (Gossypium) ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Aus den Samenhaaren der Sträucher wird die Naturfaser Baumwolle gewonnen.
Es gibt viele Wildarten, aber für den industriellen Anbau sind nur die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. Die Fasern der Baumwollpflanzen wurden schon vor tausenden von Jahren in Mittelamerika und Asien zur Herstellung von Kleidung verwendet. Ungefähr 800 n. Chr. gelangte die Baumwolle durch arabische Kaufleute zur Verarbeitung nach Europa. Aber erst ab dem 14. Jahrhundert wurden in Europa größere Baumwollmengen verarbeitet.
Der Anbau der Baumwolle ist nur zwischen 41° nördlicher Breite und 28° südlicher Breite möglich. Etwa 8–9 Monate nach der Anpflanzung springen die walnussgroßen Fruchtkapseln auf, aus denen die weißen Samenhaare (die Baumwolle) hervorquellen. Gepflückt werden sie mit der Hand, mit rechenartigen Geräten oder mit fahrbaren Maschinen, die mit vielen Saugarmen ausgerüstet sind (Vakuumpflücker), oder mit sich drehenden Spindeln, die die Fasern erfassen und eindrehen (Spindelpflücker). Nach der Ernte wird die Baumwolle zum Trocknen gelagert und dann in Entkernungsmaschinen (Egreniermaschinen) von den Samenkernen befreit, unter hohem Druck zu Ballen gepresst und in Jutesäcke verpackt. – Zur Beurteilung der Baumwollqualität spielen der Feinheitsgrad, die Farbe, v. a. aber die Faserlänge (der Stapel) eine Rolle. Man unterscheidet gewöhnlich: kurzstapelige Baumwolle (Faserlänge unter 22 mm), mittelstapelige Baumwolle (22–29 mm) und langstapelige Baumwolle (über 29 mm).
Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund 10 % des Rohgewichtes verloren. Wenn die Wachs-, Eiweiß- und weiteren Pflanzenreste entfernt sind, bleibt ein natürliches Polymer aus Zellulose zurück. Die besondere Anordnung der Zellulose gibt der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit. Jede Faser besteht aus 20–30 Lagen Zellulose in einer gedrehten Struktur. Wenn der Baumwollball – der Fruchtstand der Baumwollpflanze – geöffnet wird, trocknen die Fasern und verhaken sich untereinander. Diese Form wird für das Spinnen zu einem sehr feinen Garn verwendet. Die größten Baumwollproduzenten sind China, USA, Indien und Pakistan.
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